Andacht zu Psalm 23

Liebe Seniorinnen und Senioren in unseren Gemeinden!

Der kommende Sonntag heißt: Misericordias Domini. Er wird auch der Hirtensonntag genannt.

Zur eisernen Ration für uns Christen zählt der 23. Psalm, der Psalm vom guten Hirten. Er hat schon vor uns viele Menschen begleitet, weil in ihm die Fülle des Lebens beschrieben wird.

David, der Schreiber des Psalms, hat das Leben in vielen Facetten kennengelernt. Er wusste von Tagen des Glücks, der Macht und des Sieges, aber auch von Not, Schuld und Verfolgung.

Lassen Sie sich einladen, diesen Psalm mit mir zu bedenken.

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Ostergruß

Ostern – da kommt noch was!

Liebe Leser,

viele fragen sich in diesen Tagen: Was kommt nach den Tagen der Ausgangsbeschränkungen, der Angst, Krankheit, der Zwangspausen und Überforderungen?

Manche erleben dann vielleicht Zeiten der Trauer, andere brauchen dringend Erholung, langsam wird das gesellschaftliche Leben wieder hochgefahren, Industrie und Gewerbe versuchen den Neustart. 

Kaum zu glauben - nach den mühsamen, auch oft negativen Erfahrungen des Lebens, kommt noch was. Ostern sagt: Das ist sogar ganz am Ende des Lebens so. Hinter dem Horizont medizinischer Möglichkeiten und meines Kleinglaubens kommt noch was.  

So klar ist das vielen leider nicht. Auf die Frage: Woran denken Sie bei „Ostern“? - sagen die einen: 

„Ist eben eine alte Tradition“ – die anderen sprechen vom "Erwachen der Natur" und zitieren Goethes Osterspaziergang: "Vom Eise befreit …"

Und wieder andere sagen: "Die Antwort ist schwer, Weihnachten liegt mir mehr."

Eine Antwort ging mir nahe: „Ostern heißt für mich: Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens und ein Tag meines erneuerten Lebens.“

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Andacht zu Karfreitag

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gemeindemitglieder!

Es ist der Moment am Karfreitag. In der neunten Stunde, 15.00 Uhr, „ da neigte Jesus das Haupt und verschied“. Totenstille ist im Gottesdienstraum. Betroffenheit, Anteilnahme, Tränen – des Schmerzes, der Rührung, des Dankes, der Freude, der Hoffnung!

Ist der Karfreitag der Höhepunkt in der Karwoche, in der „traurigen Woche“? Ist mit diesem Ereignis der Kreuzigung das Leben abgeschlossen? Was soll noch folgen?

Die Woche hat mindestens noch einen Tag, wenn man die Zählung von Sonntag an beginnt und nicht ab Montag. Es ist der stille Samstag. Jesus wurde vom Kreuz genommen und in die Grabhöhle gelegt. Stilles Gedenken. Bewegte Herzen.

In den letzten Jahren nutzten viele Menschen unter uns den stillen Samstag für andere Dinge. Karfreitag, Karsamstag aus dem Leben gestrichen, so musste man den Eindruck haben. Der Tod ist nicht das Thema, das man sich wünscht, zumal wenn schöne Erwartungen auf fröhliche Ostertage in Familie oder auf Reisen die Menschen beschäftigen.

In diesem Jahr könnte alles anders sein. Seit Wochen ist das Leben bestimmt von dem Virus, der den Namen „Corona“ hat: Krone. Sein Aussehen ist einer Krone ähnlich. Der Virus beherrscht das Leben momentan wie ein furchtbarer Herrscher.

Es ist eine Machtdemonstration, die der Verurteilung Jesu zum Kreuzestod gleicht. Das Böse trägt den Sieg davon.

Oder doch nicht?

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Andacht für die Karwoche

Liebe Leserinnen und Leser!

Sie können derzeit nicht den Gottesdienst in Ihrer Kirche besuchen, deshalb kommt die Kirche zu Ihnen.

Ich möchte Sie einladen, sich hinzusetzen, die Bibel zur Hand zu nehmen und sich mit mir gemeinsam Gedanken über einen Text aus der Passionsgeschichte zu machen.

Lesen Sie bitte im Johannesevangelium Kap. 13, 1-15.

 Die Fußwaschung des Petrus

Ich doch nicht!

Ich bin doch nicht Mädchen für alles!

Das kann ein anderer machen!                  

Das ist unter meiner Würde!

Haben Sie das so schon einmal gedacht? Welche Situationen fallen Ihnen dazu ein?

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Sonntag Palmarum - Was ist normal?

Predigt am Palmsonntag über Mk 14,3-9

Die Predigt kann auch als Audiodatei angehört werden.

 

Lasst uns einen Moment still sein und Gott darum bitten, dass er zu uns spricht.

STILLE

Gott schenke uns ein Herz für dein Wort und ein Wort für unser Herz! Amen.

 

Liebe Gemeinde,

der Text, über den ich heute predige, steht im Markusevangelium im 14. Kapitel.

Ich lese daraus den ersten Teil:

3 Jesus war in Betanien bei Simon, dem Aussätzigen, zu Gast.  

Während des Essens kam eine Frau herein. Sie hatte ein Fläschchen mit reinem, kostbarem Nardenöl.

Das öffnete sie und goss Jesus das Öl über den Kopf.

4 Einige der Anwesenden waren empört darüber.

»Was soll diese Verschwendung?«, sagten sie zueinander.

5 »Dieses Öl hätte man für mehr als dreihundert Silberstücke verkaufenund das Geld den Armen geben können!«

Sie machten der Frau heftige Vorwürfe.

 

Sag mal, kennst du diese aufgetakelte Frau? Die kommt doch auch mit ihrem Alter nicht klar. Warum muss die denn so auf junggeblieben machen? Echt peinlich. Und wie die manchmal redet!

Letztens habe ich sie gesehen, wie sie mit der Dorfjugend gegrillt hat. Was hat die denn dort zu suchen? Ich finde, das geht gar nicht.

Oder kennst du den Typen, der sich jedes Jahr eine größere Karre kauft. Und dann damit schön protzig durch den Ort fährt. Ist dir aufgefallen, dass der immer extra langsam fährt,

wenn er an Fußgängern vorbeikommt? Und dann hält der manchmal sogar an und nimmt wildfremde Leute mit in den nächsten Ort. Das macht der doch nur, um angeben zu können.

Ich finde das unmöglich.

Und hast du von der Omi, die einen immer so fieß vom Fenster aus anguckt, wenn man draußen daran vorbeiläuft? Sicher ist die schon über 80. Vielleicht ist Sie neidisch, weil sie gerade nicht raus kann.

Ich hab gehört, die soll sogar andere schon angezeigt haben, weil sie die Ausgangsbeschränkungen nicht eingehalten haben. Was denkt die eigentlich, wer sie ist?

Vielleicht kennst du auch diesen jungen Kerl. So ein Überfrommer. Der bei christlichen Liedern auch manchmal einfach so aufsteht. Oder sich beim Gebet hinkniet und die Hände vors Gesicht hält.

Ich habe ihn im Gottesdienst sogar schon mal weinen sehen oder laut „Halleluja“ rufen hören. Das ist doch nicht normal, oder? Das muss doch wirklich nicht sein, sich so darzustellen.

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