Andacht für Juli

Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit ...

 

Liebe Seniorinnen und Senioren!


Endlich ist Sommer. Lange Tage, laue Sommernächte, abends draußen sitzen, ein kühles Bad, duftender Jasmin, summende Bienen, bunte Schmetterlinge, farbenfrohe Blütenpracht, reifende Früchte, barfuß im Gras laufen, aufwachen mit Vogelgezwitscher, ein leckeres Eis, im Schatten verweilen …
Das alles und noch viel mehr verbinden wir mit dem Sommer.
Paul Gerhardt, von dem auch das Lied „Ich singe dir mit Herz und Mund“ stammt, entführt uns dieses Mal in den Sommer. Und wieder ist unser Herz wichtig. In einem unserer Frauendienste hatte ich mal einen lustigen Versprecher. Ich sagte: „Geh Herz mein aus und suche Freud ….“ Geh Herz! Das heißt doch, mach dich auf die Beine, suche und schau mit Herzaugen dich um! Sieh, was Gott dir an Gutem und Schönem bereitet hat! Das alles kommt von Gott dem Schöpfer. Er hat es uns zur Lust, zur Freude geschaffen. Und Paul Gerhardt wird gar nicht müde mit Aufzählen: Er ist begeistert von den Bäumen in ihrer Pracht. Er kann sich an Blumen im bunten Kleid erfreuen. Er nimmt uns mit in die Welt der Vögel und führt uns auf Wiesen und Weiden zu kleinen und großen Tieren. Rauschende Bäche, fröhliche Hirten und wogende Weizenfelder lassen Paul Gerhard ins Schwärmen geraten. Gott gibt wirklich überfließend.

In den ersten 7 Strophen zählt Paul Gerhard alles auf, so als wollte er noch einmal an die 7 Schöpfungstage erinnern. Ja, Gott hat alles gut gemacht. Darum stimmt er in der 8.Strophe ein ins Gotteslob. Unaufhörlich will er Gott loben. So wie es im Psalm 34,2 heißt: „Ich will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.“ Dabei weiß Paul Gerhardt sich eingebunden in eine Gemeinde, die Gottes Loblied singt. Bei allem Lob aber verschließt er nicht die Augen vor der Not, die um ihn herum herrscht. Er kennt Krieg, Krankheit und Hungersnot. Er weiß, dass diese Welt noch kein Paradies ist. Er weiß, dass all die Schönheit nichts ist gegenüber der Herrlichkeit bei Gott. In Gottes Herrlichkeit wird sich das Lob einmal vollenden. Doch bis dahin ruft er uns auf, nicht still zu sein, sondern überall Gottes Lob anzustimmen In den Strophen 13 und 14 vergleicht sich Paul Gerhardt mit einer Blume und einem Baum. Wir Menschen sollen Gott zur Ehre leben, blühen. Wir sollen wie die Bäume wachsen und Wurzeln treiben. Sicher hat er da an unser geistliches Wachsen gedacht und an die Wurzel des Glaubens. Denn was gibt uns in den Stürmen des Lebens Halt und Kraft?
Was lässt uns zu einem guten Baum heranwachsen? Im Psalm 1 heißt es übertragen: „Die Menschen, die sich nach Gottes Wort richten, seine Gebote halten, die gleichen einem Baum, der gepflanzt ist an Wasserbächen. Dieser Baum bringt Frucht und seine Blätter verwelken nicht.“ Das alles können wir aber nicht selbst machen. Glaubensfrüchte schenkt Gott. Ohne den Segen, der von Gott kommt, können wir keine Frucht bringen. In der letzten Strophe bittet Paul Gerhardt um Aufnahme in das Paradies. Doch bis es so weit ist, will er hoffnungsvoll leben. Er will mit seinem ganzen Leben Gott dienen. Und nicht nur so lange er lebt, sondern auch in der Ewigkeit. Ein schönes Sommerlied, das uns Paul Gerhardt da hinterlassen hat. Er dient auch uns damit Sommer für Sommer und das schon über Generationen hinweg. Lesen oder singen Sie doch einmal alle Strophen. Sie sind es wert.

Gebet:

Guter Gott, die Sommerzeit erinnert uns besonders an deine gute Schöpfung.                                                                                                                                                                       Du hast uns hineingestellt in diese Welt, um deine Schöpfung zu bewahren.                                          Auch wir sind ein Teil deiner Schöpfung.                                                                                               Lass uns die Verbindung zu dir, dem Schöpfer, immer wieder suchen und finden.
Amen

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen im Namen aller Mitarbeiter
Ihre Birgit Mehlhorn

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